Wissenschaftliche Grundlagen
Der Pfotenheilung Psyche-Check ist kein Bauchgefühl-Fragebogen. Er basiert auf vier etablierten, international validierten Instrumenten der Hundepsychologie-Forschung — vereinfacht und für Hundebesitzer ohne Fachkenntnisse aufbereitet.
Verwendete Instrumente
Canine Behavioral Assessment and Research Questionnaire
University of Pennsylvania, Hsu & Serpell (2003)
Der Goldstandard in der Hundeverhaltensmessung. Ein 100-Punkte-Fragebogen mit 5-Punkte-Likert-Skala, der 14 Verhaltensdimensionen erfasst — von Fremdenangst über Trennungsangst bis hin zu Reaktivität. Validiert in mehreren Sprachen und weltweit in Tausenden von Studien eingesetzt.
Gemessene Dimensionen
Fear, Anxiety and Stress Scale
Fear Free Organization — klinischer Einsatz in Tierarztpraxen
Eine 8-stufige Skala (0–5) zur Einschätzung von Angst, Stress und Anspannung beim Hund. Ursprünglich für den Tierarztbesuch entwickelt, wird sie heute breit als klinisches Bewertungsinstrument genutzt. Die Schwellenwerte der FAS-Skala bilden die Grundlage unserer vier Ergebnisstufen.
Gemessene Dimensionen
Canine Frustration Questionnaire
University of Lincoln, McPeake & Collins (2019)
Ein 33-Punkte-Fragebogen zur Messung von Frustrationsreaktionen — einem häufig unterschätzten Stressfaktor. Der CFQ wurde gegen physiologische Marker (Cortisolspiegel) validiert und misst, wie Hunde in blockierenden oder einschränkenden Situationen reagieren.
Gemessene Dimensionen
Five Domains Model of Animal Welfare
Mellor & Beausoleil — Tierwohlwissenschaft
Das Fünf-Domänen-Modell ist der wissenschaftliche Rahmen der modernen Tierwohlforschung. Es beschreibt, wie körperliche Faktoren (Ernährung, Umgebung, Gesundheit, Verhalten) zusammen den mentalen Zustand eines Tieres beeinflussen. Domäne 5 — der psychische Zustand — ist der Ausgangspunkt unseres Checks.
Gemessene Dimensionen
Wie der Check funktioniert
Fragenauswahl
Die 32 Fragen des Psyche-Checks sind eine kuratierte Auswahl aus den validierten Instrumenten. Wir haben die klinisch relevantesten Indikatoren je Domäne ausgewählt und in alltagstaugliche, nicht-fachsprachliche Formulierungen übersetzt.
Zielgruppe: Laien, nicht Profis
Bewusst wurden keine Fachtermini verwendet. Situationsbezogene Fragen ("Wie reagiert dein Hund, wenn...") liefern nach Forschungslage zuverlässigere Antworten als abstrakte Einschätzungsfragen ("Ist dein Hund ängstlich?").
Gewichtetes Scoring
Nicht alle Verhaltensweisen sind gleich schwerwiegend. Chronische Stresssignale (z.B. Repetitivverhalten, Hypervigilanz) und soziale Probleme (Knurren bei Berührung) sind stärker gewichtet als situative Reaktionen.
Red-Flag-Override
Beiß- und Selbstverletzungsvorfälle werden unabhängig vom Gesamtscore direkt der höchsten Warnstufe zugeordnet — entsprechend der klinischen Praxis, in der diese Verhaltensweisen immer sofortige Fachbegleitung erfordern.
Was dieser Check nicht kann
Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Diagnose.
Er kann keine körperlichen Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten erkennen — Schmerz, Hormonstörungen oder neurologische Erkrankungen können identische Symptome erzeugen.
Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme und kann je nach Tagesform oder Situation des Hundes variieren.
Er ist nicht für Hunde unter 12 Monaten konzipiert — viele Verhaltensweisen sind in der Junghundphase entwicklungsbedingt normal.